Steine bestimmen per Foto

Du hast beim Spaziergang, am Strand oder auf dem Flohmarkt einen Stein gefunden und willst wissen, was es ist. LithoCanvas schlägt dir nach einem Foto vor, um welches Gestein, Mineral oder welchen Edelstein es sich handeln könnte. Dazu zeigt die App die Merkmale, an denen du den Vorschlag selbst nachprüfst.

Was die App zu einem Fund zeigt

Zu Mineralien siehst du in LithoCanvas eine geschätzte Sicherheit und typische Eigenschaften: Härte, Kristallsystem, Farbe und Glanz. Das Ergebnis ist ein Vorschlag. Ob er stimmt, prüfst du zum Beispiel mit dem Härte-Test nach Mohs, den die App enthält. Wie sich derselbe Test auf Papier und mit Alltagsgegenständen durchführen lässt, steht im Beitrag zur Mohs-Härteskala.

Stein gefunden: was jetzt?

Fotografiere vor dem Ritztest, denn ein Kratzer lässt sich nicht rückgängig machen.

  1. Notiere Fundort und Datum, bevor du den Stein einsteckst. Welche Gesteine in einer Gegend häufig sind, grenzt die Auswahl später ein.
  2. Fotografiere den Stein trocken bei Tageslicht, einmal ganz und einmal aus der Nähe. Eine Münze daneben zeigt die Größe.
  3. Sieh dir den Vorschlag und die Merkmale in der App an.
  4. Prüfe die Härte mit einem Ritztest. Wie das geht, steht im Beitrag zur Mohs-Härteskala.
  5. Speichere den Fund mit Notizen in deiner Sammlung.

Stein, Gestein, Mineral: der Unterschied

Ein Mineral ist ein natürlicher, anorganischer Stoff mit geordnetem inneren Aufbau und gleichbleibender chemischer Zusammensetzung. Quarz und Calcit sind Minerale. Ein Gestein besteht aus einem oder mehreren Mineralen. Granit enthält unter anderem Quarz, Feldspat und Glimmer, Kalkstein besteht überwiegend aus Calcit. So definiert es der US-amerikanische Geologische Dienst USGS.

Im Alltag heißt alles „Stein“, was du aufhebst. Ein Edelstein ist ein Mineralkristall, der geschliffen oder poliert zu Schmuck wird. Einzelne Gesteine wie Lapislazuli zählen ebenfalls dazu. Ob dein Fund ein Gestein ist oder ein einzelnes Mineral, erkennst du oft an der Körnung: Bei Granit siehst du Körner verschiedener Minerale nebeneinander.

Die drei Gesteinsfamilien in Kürze

Wer Gesteine bestimmen will, sortiert zuerst nach der Entstehung. Die drei Familien unterscheiden sich darin, wie der Stein geworden ist.

FamilieEntstehungBeispiel und Hinweis
MagmatiteEine heiße Schmelze erstarrt, tief im Erdinneren oder an der Oberfläche.Granit: grobkörnig, mit Körnern aus Quarz, Feldspat und Glimmer.
SedimentgesteineAblagerungen aus älteren Gesteinen oder Resten von Lebewesen sammeln sich an der Erdoberfläche.Sandstein: aus sandkorngroßen Körnern, oft mit sichtbarer Schichtung.
MetamorphiteEin vorhandenes Gestein wird durch Hitze und Druck umgewandelt.Marmor: Carbonatminerale wie Calcit, die neu kristallisiert sind.

Die Zuordnung hilft beim Eingrenzen. Den genauen Namen liefern erst Farbe, Körnung und Härte.

Woran du einen Stein erkennst: sechs Merkmale

Mineralogen bestimmen Minerale über Spaltbarkeit, Farbe, Härte, Glanz, Strichfarbe und Dichte. So führt es auch der US National Park Service auf. Ein Foto deckt davon nur einen Teil ab.

MerkmalIm Foto sichtbar?Wie du es prüfst
FarbeJa, aber Licht verändert sie.Im Tageslicht ansehen, trocken, und wenn möglich an einer frischen Bruchstelle.
GlanzZum Teil, je nach Licht und Blickwinkel.Den Stein im Licht drehen: metallisch, glasig, matt oder erdig.
HärteNein.Mit einem Ritztest, siehe [Mohs-Härteskala](/mohs-haerteskala).
StrichfarbeNein.Über eine unglasierte Porzellanplatte ziehen und die Farbe des Pulvers ansehen.
Spaltbarkeit und KristallformNur bei einer guten Nahaufnahme.Vorhandene Bruchflächen drehen: Bricht der Stein entlang ebener Flächen, spricht das für Spaltbarkeit.
DichteNein.Das Gewicht mit einem gleich großen Stein vergleichen, den du kennst.

Härte und Strich ergänzen das Foto. Darum zeigt die App Härte, Kristallsystem, Farbe und Glanz zusammen.

Zu Hause prüfen: Härte, Strich, Essig

Drei Tests brauchen kein Labor, nur ein paar Dinge aus dem Haushalt.

  1. Härte: Ritze eine unauffällige Stelle zuerst mit dem Fingernagel, dann mit Kupfer, einem Messer oder Glas. Notiere, was ritzt. Die Werte der Werkzeuge stehen im Beitrag zum Härtetest nach Mohs.
  2. Strich: Ziehe den Stein über eine unglasierte Porzellanplatte und sieh dir die Farbe des Pulvers an, nicht die des Steins. Solche Streifenplatten sind etwa 5 bis 7 hart. Ist der Stein härter als die Platte, entsteht kein farbiger Strich.
  3. Essig: Gib einen Tropfen Haushaltsessig auf eine kleine Stelle und sieh mit einer Lupe hin. Bildet sich ein feines Perlen, ist vermutlich ein Carbonat wie Calcit oder Dolomit im Spiel. Essig reagiert schwächer als Salzsäure, deshalb brauchst du die Lupe.

Sicherheit Ritze keinen Schmuck, keine Sammlerstücke und keine Gemälde. Ritze fasrige oder staubige Materialien nicht und atme keinen Staub ein. Gib keinen Essig auf polierte Stücke oder Sammlerstücke.

Wie zuverlässig ist Steinbestimmung per Foto?

Ein Foto zeigt Farbe, Muster und Form. Härte, Dichte und Strichfarbe zeigt es nicht. Ähnliche Mineralien wie Quarz, Calcit und Chalcedon lassen sich deshalb oft nicht allein am Bild unterscheiden. LithoCanvas nennt darum eine geschätzte Sicherheit und die Merkmale zum Nachprüfen. Echtheit, Sicherheit oder Wert beurteilt die App nicht. Bei wertvollen Stücken gehört ein Gutachter dazu.

Dass zwei Apps zu demselben Stein verschiedene Antworten geben, kommt vor. Ähnliche Minerale sehen auf Bildern fast gleich aus, Licht und Blickwinkel verändern Farbe und Glanz, und ein einzelnes Foto zeigt nur eine Seite. Der USGS schreibt, Gesteine und Minerale seien auf Fotos äußerst schwer zu bestimmen und müssten für eine sichere Bestimmung von allen Seiten in die Hand genommen werden. Als Anlaufstellen nennt er den geologischen Dienst deines Landes, ein naturkundliches Museum, die Geologie einer Hochschule oder einen Mineralienverein. Nimm den Vorschlag der App als Ausgangspunkt.

Kieselsteine, Strandfunde, Edelsteine: was die App einordnet

Ob du einen Kieselstein vom Strand, ein Fundstück vom Feld, einen rohen Kristall oder einen Schmuckstein fotografierst: Die App schlägt vor, um welches Gestein, Mineral oder welchen Edelstein es sich handeln könnte. Einen Wert nennt sie nicht.

Bei Kieselsteinen und Strandfunden ist die Oberfläche meist abgerundet. Mach darum zusätzlich ein Foto von einer Stelle, an der ein Stück abgeschlagen ist, falls es eine gibt. Rohe Kristalle zeigen Flächen und Kanten, die im schrägen Licht gut zu sehen sind. Geschliffene Edelsteine und Schmucksteine ritzt du nie.

Foto-Tipps

Ein Stein auf einem einfarbigen, hellen Untergrund lässt sich am besten auswerten. Je mehr Seiten du fotografierst, desto mehr Merkmale kannst du später in deiner Sammlung vergleichen.

  1. Fotografiere den Stein trocken, denn Wasser verändert Farbe und Glanz.
  2. Nimm gleichmäßiges Tageslicht und verzichte auf den Blitz, der Reflexe auf die Oberfläche legt.
  3. Fülle das Bild mit dem Stein, einmal ganz und einmal aus der Nähe.
  4. Zeige eine frische Bruchstelle, wenn es eine gibt. Dort sind Körnung und Farbe am besten zu sehen.
  5. Lege eine Münze daneben, damit die Größe erkennbar ist.

Deine Sammlung

Jeder Fund lässt sich mit Fotos, Notizen und einer Sprachnotiz zur Herkunft speichern. Du kannst Einträge auch von Hand anlegen, suchen und filtern, zwei Stücke vergleichen, eine Wunschliste führen und die Größe mit einer Münze als Maßstab schätzen. Ein Glossar erklärt Begriffe wie Kristallsystem oder Glasglanz. Auch Gemälde liegen in derselben Sammlung.

Preis und Datenschutz

LithoCanvas ist kostenlos zu laden und zeigt keine Werbung. Jedes Konto enthält 5 kostenlose Erkennungen. Für mehr Erkennungen und die private Cloud-Synchronisierung gibt es die Abos Explorer, Collector und Curator über Google Play, mit Preis und Umfang vor dem Kauf. Es gibt kein Probeabo, das später automatisch Geld kostet. Konto, Einträge und Fotos liegen in der EU. Für die Fotoerkennung brauchst du Internet, und das gewählte Bild geht erst nach deiner Zustimmung an den Erkennungsanbieter. Deine Daten kannst du exportieren, dein Konto kannst du in den Einstellungen löschen.

Häufige Fragen

Welche App bestimmt Steine auf Android?
LithoCanvas ist eine Android-App, die Steine, Mineralien, Edelsteine und Kristalle per Foto einordnet und in einer privaten Sammlung speichert. Es gibt weitere Apps. Vergleiche vor dem Laden, was sie kosten und ob sie Werbung zeigen.
Wie zuverlässig ist die Steinbestimmung per Foto?
Ein Foto zeigt Farbe, Muster und Form, aber nicht Härte, Dichte oder Strichfarbe. Deshalb bleibt jedes Ergebnis ein Vorschlag. LithoCanvas nennt eine geschätzte Sicherheit und zeigt die Merkmale, die du selbst nachprüfen kannst.
Wie kann ich einen gefundenen Stein bestimmen?
Notiere Fundort und Datum, fotografiere den Stein trocken bei Tageslicht und sieh dir die Merkmale an. Prüfe dann Härte, Strich und die Reaktion auf Essig. Mit einem Foto in der App bekommst du einen Vorschlag, den du mit diesen Tests abgleichst.
Was ist der Unterschied zwischen Stein, Gestein und Mineral?
Ein Mineral hat einen geordneten inneren Aufbau und eine feste chemische Zusammensetzung, zum Beispiel Quarz. Ein Gestein besteht aus einem oder mehreren Mineralen, zum Beispiel Granit. „Stein“ ist der Alltagsbegriff für beides.
Wie unterscheide ich zwei ähnlich aussehende Steine?
Vergleiche Merkmale, die das Foto nicht zeigt: Härte, Strichfarbe und Reaktion auf Essig. Quarz und Calcit sehen sich oft ähnlich. Quarz hat Härte 7, Calcit Härte 3, und nur Calcit reagiert mit Säure.
Kann die App polierte oder getrommelte Steine bestimmen?
Bei polierten oder getrommelten Steinen fehlen raue Oberflächen und Bruchflächen, an denen sich Minerale erkennen lassen. Ein Foto liefert dann weniger Anhaltspunkte. Prüfe den Vorschlag in diesem Fall besonders sorgfältig, und fotografiere eine Kante oder Bruchstelle, wenn vorhanden.
Sagt die App, ob mein Stein wertvoll oder echt ist?
Nein. Die App liefert Vorschläge zur Art des Steins und seinen typischen Eigenschaften. Für Echtheit und Wert brauchst du einen Gutachter.
Ist die Steinbestimmung kostenlos?
Die App ist kostenlos zu laden und enthält 5 kostenlose Erkennungen pro Konto. Für mehr Erkennungen gibt es Abos über Google Play. Deine Sammlung auf dem Gerät und der Datenexport bleiben auch ohne Abo.

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