Gemälde erkennen per Foto

Du stehst im Museum, auf dem Flohmarkt oder im Nachlass vor einem Bild und willst es einordnen. LithoCanvas schlägt dir nach einem Foto vor, welcher Stil, welche Technik und welche Epoche dazu passen könnten, und beschreibt den Bildaufbau.

Was die App zu einem Gemälde zeigt

Du bekommst Vorschläge zu Stil, Technik (Medium), Epoche und Komposition. Es sind Vorschläge, die du selbst prüfst. Die App ist kein Museumsführer. Sie beurteilt weder Echtheit noch Wert und nennt keinen Preis.

Die Vorschläge beantworten die Frage nach Stil, Technik und Epoche, auch wenn du nicht weißt, von wem das Bild stammt. Die Hinweise weiter unten helfen dir, einen Vorschlag zu überprüfen.

So gehst du vor

  1. Fotografiere das Bild ohne Blendung, gerade von vorn, mit dem ganzen Rahmen.
  2. Fotografiere zusätzlich die Rückseite und jede Signatur oder jedes Etikett, das du findest.
  3. Lies die Vorschläge zu Stil, Technik und Epoche.
  4. Speichere das Gemälde mit Notizen in deiner Sammlung. Dort liegt es neben deinen Steinen und Mineralien.

Stil und Epoche selbst eingrenzen

Die Jahreszahlen sind Richtwerte, denn Stile gehen ineinander über und werden in Quellen unterschiedlich begrenzt. Kombiniere mehrere Hinweise statt dich auf einen zu verlassen.

StilWoran du ihn siehstZeitraum
BarockStarke Hell-Dunkel-Kontraste, bewegte Szenen, ein einfallender Lichtstrahl.etwa 1590 bis 1750
RokokoAnmutige, verzierte Darstellungen mit leichten Themen.etwa 1730 bis 1780
KlassizismusKlare, ruhige Bildaufbauten nach antikem Vorbild.ab etwa 1760
RomantikStimmungen, Fantasie und Natur, oft Nebel oder weite Landschaften.Höhepunkt etwa 1800 bis 1850
RealismusMenschen bei der Arbeit und gewöhnliche Szenen ohne Überhöhung.ab der Mitte des 19. Jahrhunderts
ImpressionismusSichtbare Pinselstriche, Licht und Atmosphäre, Alltagsmotive.Ausstellungen von 1874 bis 1886
ExpressionismusKräftige, verfremdete Farben und Formen, die Gefühl ausdrücken.Jahre vor dem Ersten Weltkrieg bis zur Zwischenkriegszeit
KubismusGegenstände in Flächen und Ansichten zerlegt.etwa 1907 bis 1914

Öl, Acryl, Aquarell oder Druck: Technik erkennen

Ölfarbe liegt oft in sichtbaren Schichten auf der Leinwand, und Pinselstriche zeichnen ein Relief. Aquarell ist durchscheinend und sitzt meist auf Papier. Acryl ist eine wasserbasierte, schnell trocknende Farbe, die Künstler seit den 1960er-Jahren breit nutzen. Je nach Verdünnung kann sie wie Aquarell oder wie Öl wirken, so beschreibt es die Tate. Ein Bild, das nach Aquarell oder Öl aussieht, kann also Acryl sein.

Acryl wurde in den 1950er-Jahren entwickelt. Ein Bild mit Acrylfarbe kann deshalb nicht älter sein.

Gedruckte Bilder bestehen aus Rasterpunkten unterschiedlicher Größe. Mit einer Lupe erkennst du sie an einer Stelle mit gleichmäßiger Farbe. Fehlen die Punkte, ist das ein Hinweis auf Handarbeit. Beweisen kann es ein Foto nicht.

Signatur und Rückseite lesen

Suche eine Signatur in den Ecken der Vorderseite, auf der Rückseite der Leinwand oder des Rahmens und auf Etiketten. Notiere, was du siehst, auch wenn du es nicht lesen kannst. Eine Signatur nennt einen Namen. Sie ist ein Hinweis auf den Maler, kein Beweis. Eine fehlende Signatur ist kein Gegenbeweis.

Mit dem Namen kannst du in Künstlerverzeichnissen und Online-Datenbanken von Museen weitersuchen. Ob du einen Treffer findest, hängt davon ab, wie bekannt der Maler ist.

Original oder Druck?

Ein Foto kann diese Frage nicht entscheiden. Dafür muss jemand das Bild in der Hand haben. Bewahre die Fotos von Vorder- und Rückseite zusammen mit deinen Notizen auf, damit eine Gutachterin oder ein Gutachter später sieht, was du gefunden hast.

  1. Sieh mit einer Lupe auf eine gleichmäßig gefärbte Stelle und suche Rasterpunkte.
  2. Halte das Bild so, dass Licht flach über die Oberfläche streift. Pinselstriche und Farbhöhen sprechen für ein gemaltes Bild, eine völlig glatte Fläche für einen Druck.
  3. Prüfe die Rückseite: Leinwand auf Keilrahmen, Papier oder Pappe sehen unterschiedlich aus.
  4. Traue Rissen im Lack nicht blind. Nach Wikipedia stellen Fälscher alter Gemälde künstliche Risse (Craquelé) her, Risse beweisen also kein Alter.

Wann ein Foto nicht reicht

Signatur, Rückseite, Material und Herkunft lassen sich nicht aus einem Foto lesen. Wer ein Bild verkaufen oder versichern will, braucht ein Gutachten. Bis dahin helfen dir die Vorschläge der App und deine Notizen, den Fund zu dokumentieren.

LithoCanvas oder Museums-App?

Museums-Apps und Apps für Kunstwerke arbeiten anders. Smartify zum Beispiel vergleicht ein Foto mit Werken in seiner Datenbank und nennt bei einem Treffer Namen und Beschreibung. Das passt, wenn du ein bekanntes Werk suchst.

LithoCanvas schlägt Stil, Technik, Epoche und Komposition vor und hält deine Funde fest, auch neben Steinen und Mineralien in einer Sammlung. Es ist kein Museumsführer. Welche Variante du brauchst, hängt von deiner Frage ab.

Preis und Datenschutz

LithoCanvas ist kostenlos zu laden und zeigt keine Werbung. Jedes Konto enthält 5 kostenlose Erkennungen, danach gibt es die Abos Explorer, Collector und Curator über Google Play, mit Preis und Umfang vor dem Kauf. Das gewählte Bild geht erst nach deiner Zustimmung an den Erkennungsanbieter. Für die Erkennung brauchst du Internet. Konto, Einträge und Fotos liegen in der EU. Mehr zur App findest du auf der Startseite von LithoCanvas.

Häufige Fragen

Welche App erkennt Gemälde per Foto?
LithoCanvas ist eine Android-App, die zu einem Gemälde Vorschläge zu Stil, Technik, Epoche und Bildaufbau macht. Andere Apps fokussieren Museumsbestände oder Preise. Vergleiche, was du brauchst.
Wie erkenne ich Stil und Epoche eines Gemäldes?
Achte auf Bildaufbau, Licht, Pinselführung und Motiv und vergleiche sie mit der Stiltabelle oben. Kein Merkmal gilt allein. Ordne das Bild zuerst grob nach Jahrhundert ein und verfeinere die Einordnung dann. Die App liefert dazu einen Vorschlag, den du mit diesen Hinweisen prüfen kannst.
Woran erkenne ich, ob ein Bild Öl, Acryl oder ein Druck ist?
Öl zeigt oft Schichten und ein Relief aus Pinselstrichen, Aquarell ist durchscheinend, Drucke zeigen unter der Lupe Rasterpunkte. Acryl kann Öl oder Aquarell ähneln, du erkennst es am sichersten an der Entstehungszeit: Acrylfarbe gibt es seit den 1950er-Jahren.
Wo finde ich die Signatur und was sagt sie aus?
Schau in die Ecken der Vorderseite, auf die Rückseite und auf Etiketten. Notiere jeden Buchstaben, den du lesen kannst. Eine Signatur nennt einen Namen und ist ein Hinweis, kein Beweis. Mit dem Namen kannst du in Künstlerverzeichnissen weitersuchen.
Kann Google Lens Gemälde erkennen?
Google beschreibt Lens als Suche mit Bildern. Die Ergebnisse können Suchtreffer, ähnliche Bilder und Websites mit dem Bild enthalten. LithoCanvas geht anders vor: Die App schlägt Stil, Technik, Epoche und Komposition vor und speichert den Fund in deiner Sammlung.
Nennt die App den Preis oder die Echtheit?
Nein. Für beides brauchst du ein Gutachten.
Wann brauche ich einen Gutachter?
Wenn du ein Bild verkaufen oder versichern willst. Auch wenn eine Signatur auf einen bekannten Maler hindeutet, kann nur eine Begutachtung vor Ort klären, ob das Bild echt ist.
Kostet das etwas?
Die App ist kostenlos zu laden, 5 Erkennungen pro Konto sind kostenlos. Weitere gibt es mit einem Abo über Google Play.

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